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Die drei am häufigsten verglichenen Wachstumshormon-Sekretagoga, alle über den Ghrelin-Rezeptor wirkend, sind Ipamorelin, GHRP-2 und GHRP-6. Was sie trennt, ist weniger der Wachstumshormon-Puls selbst als die Nebenwirkungen. GHRP-6 löst den stärksten Hunger aus, GHRP-2 gilt gemessen am Gipfel der Wachstumshormon-Konzentration als das stärkste, und Ipamorelin ist das einzige der drei, das Cortisol, Prolaktin und ACTH nicht nennenswert anhebt.

Dieser Artikel stellt diese Unterschiede als eine Karte zusammen und ergänzt ein viertes Molekül derselben Familie, Hexarelin. Den weiteren Zusammenhang der Gruppe behandelt der Grundlagenartikel über Wachstumshormon-Peptide.

Wie wirken Ipamorelin, GHRP-2 und GHRP-6?

Alle drei stimulieren denselben Rezeptor, den Ghrelin-Rezeptor mit der Bezeichnung GHS-R1a, und lösen eine pulsartige Ausschüttung von Wachstumshormon aus der Hypophyse aus. GHRP-2 und GHRP-6 sind Hexapeptide, Moleküle aus sechs Aminosäuren. Ipamorelin ist ein Pentapeptid aus fünf. Der Mechanismus der Wachstumshormon-Stimulation ähnelt sich, deshalb vergleicht man sie vor allem über ihre Nebenwirkungen.

Sie gehören außerdem zu einer Familie mit Hexarelin und mit Ghrelin, dem im Magen gebildeten Hormon. Keines von ihnen liefert Wachstumshormon von außen. Jedes wirkt auf die Zelle der Hypophyse, die es herstellt, weshalb der Effekt ein Puls ist und keine dauerhafte Erhöhung.

Welches hebt Cortisol und Prolaktin?

GHRP-6, GHRP-2 und Hexarelin heben Cortisol und Prolaktin oberhalb einer bestimmten Schwelle dosisabhängig. Ipamorelin nicht. Es gibt selbst in sehr hohen Dosen nur einen vernachlässigbaren Cortisolanstieg und hebt ACTH und Prolaktin nicht nennenswert. Das ist der Hauptgrund, weshalb es als selektives oder sauberes GHRP gilt.

Die Grundlage dieser Unterscheidung ist eine Arbeit von 1998 im European Journal of Endocrinology. Die Autoren zeigten, dass Ipamorelin Wachstumshormon mit einer mit GHRP-6 vergleichbaren Wirkstärke freisetzt, ACTH und Cortisol aber nicht über das Niveau nach GHRH allein hinaus anhebt. Eine 2026 in Frontiers in Endocrinology erschienene Übersicht über Peptide der Wachstumshormon-Achse nennt erhöhtes Prolaktin und Cortisol, Appetitveränderungen und Störungen des Glukosestoffwechsels unter den berichteten Nebenwirkungen der ganzen Gruppe.

Welches steigert den Appetit?

Hier wirkt GHRP-6 am stärksten. Es löst starken Hunger aus, den stärksten aller Peptide dieser Gruppe, beginnend 15 bis 20 Minuten nach der Injektion. GHRP-2 regt den Appetit mäßig an. Ipamorelin gibt in üblichen Dosen nur eine minimale Appetitanregung.

Dieser Unterschied ist Vorteil oder Nachteil, je nach Ziel. Beim Masseaufbau, wo das Problem darin besteht, genug Kalorien zu essen, hilft starker Hunger. Beim Abbau von Körperfett stört dieselbe Eigenschaft, und man wählt stattdessen ein milderes Molekül.

Welches gibt den stärksten Wachstumshormon-Puls?

Gemessen am Gipfel der Wachstumshormon-Konzentration gilt GHRP-2 als das stärkste. GHRP-6 gibt je Injektion eine Amplitude, die mit Ipamorelin vergleichbar oder höher ist. Die Unterschiede in der Pulsstärke sind allerdings kleiner als die Unterschiede im Nebenwirkungsprofil.

Es lohnt sich zu wissen, woher solche Rangfolgen kommen. Sie stammen nicht aus einer Studie, in der vier Moleküle derselben Personengruppe gegeben und verglichen wurden. Sie entstehen aus dem Zusammenlegen einzelner Studien aus verschiedenen Jahren, an verschiedenen Gruppen und mit verschiedenen Dosen. Das genügt für eine Reihenfolge, nicht aber für eine Angabe des Unterschieds in Prozent.

Und Hexarelin?

Hexarelin, auch Examorelin genannt, gehört zur selben Gruppe und hebt ebenfalls Cortisol und Prolaktin. Eine Dosis-Wirkungs-Studie an gesunden erwachsenen Männern, veröffentlicht im Dezember 1996 im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, zeigte Anstiege von Wachstumshormon, Prolaktin und Cortisol, alle drei dosisabhängig. Prolaktin stieg um rund 180 Prozent, und die Kurve der Wachstumshormon-Antwort erreichte ein Plateau.

Das interessanteste Ergebnis dieser Arbeit betrifft die Kombination. Wachstumshormon-Releasing-Hormon zusammen mit einer kleinen Dosis Hexarelin ergab einen großen Wachstumshormon-Puls bei mäßigem Prolaktinanstieg und ohne Cortisolanstieg. Der Cortisolanstieg hängt also an der Höhe der Hexarelin-Dosis und ist keine dem Molekül innewohnende Eigenschaft.

Hexarelin hat außerdem einen zweiten, eigenen Wirkweg. Eine Arbeit von 2002 in Circulation Research zeigte, dass es CD36 bindet, ein Protein in Herzmuskelzellen und im Gefäßendothel. Diese Arbeit entstand an Tieren und isolierten Herzen, daraus folgt also nichts über eine therapeutische Wirkung beim Menschen.

Tabelle: Ipamorelin, GHRP-2, GHRP-6 und Hexarelin

Merkmal Ipamorelin GHRP-2 GHRP-6 Hexarelin
Struktur Pentapeptid Hexapeptid Hexapeptid Hexapeptid
Anstieg von Cortisol und Prolaktin vernachlässigbar dosisabhängig dosisabhängig dosisabhängig
Appetitanregung minimal mäßig sehr stark kein Vergleich in den Quellen
Gipfel des Wachstumshormons mäßig höchster der drei mit Ipamorelin vergleichbar oder höher kein direkter Vergleich mit GHRP-2 am Menschen
Status nicht zugelassen, WADA S2 nicht zugelassen, WADA S2 nicht zugelassen, WADA S2 nicht zugelassen, WADA S2.2.4 als Examorelin

Was diese Vergleiche nicht sagen

Sie sagen nicht, wie sich diese Moleküle beim Menschen nach Wochen der Anwendung zueinander verhalten. Die Vergleiche in diesem Artikel betreffen Einzelgaben und Hormonantworten, gemessen über Stunden. Es gibt keine randomisierten Studien, die die Wirkung dieser Peptide auf Körperzusammensetzung, Kraft oder Erholung bei gesunden Erwachsenen vergleichen.

Ebenso wenig sagen sie etwas über die Sicherheit bei langer Anwendung. Die Angaben zu Nebenwirkungen stammen aus kurzen Studien und aus Berichten, nicht aus Beobachtungen über Jahre. Jede Beschreibung, die von diesen Peptiden ein bestimmtes Ergebnis an der Figur verspricht, eilt dem Gemessenen voraus.

Welchen Status haben diese Peptide?

Keines von ihnen ist ein zugelassenes Arzneimittel, und die Daten zur langfristigen Sicherheit beim Menschen sind begrenzt. Alle sind im Sport verboten, auf der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur in Kategorie S2, im Wettkampf und außerhalb. Hexarelin steht dort unter dem Namen Examorelin, in Abschnitt S2.2.4, im selben Eintrag wie GHRP-1 bis GHRP-6 und Ipamorelin.

In diesem Shop erscheinen sie als Forschungsmaterial: Ipamorelin, GHRP-2, GHRP-6 und Hexarelin. Es gibt auch fertige Kombinationen mit einem GHRH-Analogon in einer Ampulle, etwa GHRP-2 und CJC-1295 sowie GHRP-6 und CJC-1295. Die Preise stehen in polnischen Zloty.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich Ipamorelin von GHRP-2 und GHRP-6?

Ipamorelin hebt Cortisol, Prolaktin und ACTH nicht nennenswert und gibt nur minimalen Hunger. GHRP-2 und GHRP-6 heben Cortisol und Prolaktin dosisabhängig, und GHRP-6 löst zusätzlich sehr starken Appetit aus.

Welches dieser Peptide steigert den Appetit am stärksten?

GHRP-6. Es löst starken Hunger aus, beginnend 15 bis 20 Minuten nach der Injektion, den stärksten der Gruppe.

Welches gibt den stärksten Wachstumshormon-Puls?

Gemessen am Gipfel der Wachstumshormon-Konzentration gilt GHRP-2 als das stärkste.

Ist Hexarelin stärker als GHRP-2?

Ein direkter Vergleich der Stärke dieser beiden Moleküle am Menschen ist nicht veröffentlicht. GHRP-2 gilt am Gipfel der Wachstumshormon-Konzentration als das stärkste, während Hexarelin eine eigene Dosis-Wirkungs-Studie von 1996 hat.

Gibt es vergleichende Humanstudien?

Es gibt keine randomisierten Studien, die diese Peptide auf Körperzusammensetzung, Kraft oder Erholung vergleichen. Die vorhandenen Daten betreffen die Hormonantwort nach einer Einzelgabe.

Sind sie im Sport erlaubt?

Nein. Alle stehen auf der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur in Kategorie S2, Hexarelin unter dem Namen Examorelin in Abschnitt S2.2.4.

Woher diese Angaben stammen

Der Vergleich von Cortisol, Prolaktin, Appetit und Wachstumshormon-Gipfel für Ipamorelin, GHRP-2 und GHRP-6 sowie die fehlende Zulassung und der Status auf der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur stammen aus einer Veröffentlichung von Peptidepedia vom 6. Mai 2026, geprüft am 31. August 2026.

Das Profil von Ipamorelin stammt aus Raun K und Mitautoren, „Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue“, European Journal of Endocrinology 1998, PMID 9849822. Die Angaben zu Hexarelin stammen aus einer Dosis-Wirkungs-Studie am Menschen, veröffentlicht im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism im Dezember 1996, PMID 8954038, und aus einer Arbeit über die CD36-Bindung in Circulation Research, 2002, PMID 11988484. Die Einordnung von Hexarelin auf der Verbotsliste unter dem Namen Examorelin stammt aus der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur für 2026, Abschnitt S2.2.4. Die Liste der berichteten Nebenwirkungen für die ganze Gruppe stammt aus einer Übersicht von Dominikowski A und Mitautoren in Frontiers in Endocrinology, 2026, PMID 42395176. Die Abstracts wurden über Europe PMC gelesen, zuletzt am 7. September 2026.