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Die Effekte von Peptiden der Wachstumshormonachse misst man auf drei Arten: mit dem IGF-1-Wert im Blut, mit der Körperzusammensetzung und mit einfachen Tests der Leistungsfähigkeit. Zur Körperzusammensetzung zählen fettfreie Masse, Fettmasse und Taillenumfang. Dieselben Messungen nutzen Studien seit vierzig Jahren. Unten steht, was in diesen Studien genau gemessen wurde und welche dieser Messungen Sie selbst wiederholen können.

Drei Arten von Messungen, die in jeder Studie wiederkehren

Die erste Messung ist hormonell. Wachstumshormon wird schubweise ausgeschüttet, deshalb sagt eine einzelne Blutmessung wenig. Forscher messen daher IGF-1, den insulinähnlichen Wachstumsfaktor, der in der Leber unter dem Einfluss von Wachstumshormon entsteht und über den Tag auf einem stabilen Niveau bleibt. Er zeigt, ob die Achse überhaupt reagiert hat.

Die zweite Messung betrifft die Körperzusammensetzung: fettfreie Masse, Fettmasse und Taillenumfang. Die dritte ist die Leistungsfähigkeit, gemessen mit Tests wie dem Tandemgang oder dem Treppensteigen. Zusammen ergeben sie ein Bild, das die Badezimmerwaage nicht liefert, weil sie nur eine Zahl zeigt, ohne Aufteilung in Muskeln und Fett.

Die Studie von 1990, mit der diese Diskussion begann

Im New England Journal of Medicine erschien damals eine Arbeit zu Wachstumshormon bei Männern über sechzig. Aufgenommen wurden 21 gesunde Männer im Alter von 61 bis 81 Jahren, deren IGF-1 nicht über 350 Einheiten pro Liter lag. Zwölf von ihnen erhielten sechs Monate lang dreimal wöchentlich Wachstumshormon subkutan, neun erhielten nichts.

In der behandelten Gruppe stieg IGF-1 in den für junge Menschen typischen Bereich, also 500 bis 1500 Einheiten pro Liter. Die fettfreie Masse stieg um 8,8 Prozent, die Fettmasse sank um 14,4 Prozent, und die Dichte der Lendenwirbel stieg um 1,6 Prozent. Die Hautdicke nahm um 7,1 Prozent zu, auch wenn diese Veränderung die Schwelle der statistischen Signifikanz nicht erreichte. In der unbehandelten Gruppe änderte sich keiner dieser Werte.

Was ein Sekretagogum bei älteren Menschen zeigte

2009 beschrieb das Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism eine Studie zu Capromorelin, einem oralen Wachstumshormon-Sekretagogum. Teilgenommen haben 395 Frauen und Männer im Alter von 65 bis 84 Jahren mit leicht eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Die Teilnehmer erhielten eine von vier Dosen oder Placebo, und die Studie war auf zwei Jahre angelegt.

IGF-1 stieg in allen Gruppen mit dem Wirkstoff, im Verhältnis zur Dosis. Nach sechs Monaten stieg das Körpergewicht um 1,4 kg, gegenüber einem Rückgang um 0,2 kg unter Placebo. Die fettfreie Masse stieg um 1,4 kg gegenüber 0,3 kg, und die Zeit im Tandemgang verbesserte sich um 0,9 Sekunden. Nach einem Jahr verbesserte sich auch das Treppensteigen. Festgestellt wurden außerdem Müdigkeit, Schlaflosigkeit und ein leichter Anstieg von Nüchternglukose und glykiertem Hämoglobin, was zeigt, dass die Stoffwechselmessung hier ebenso wichtig ist wie die Leistungsmessung.

Tesamorelin und viszerales Fett

Die neueste Auswertung stammt aus dem Jahr 2026 und betrifft Tesamorelin, das einzige als Arzneimittel zugelassene GHRH-Analogon. Die Metaanalyse umfasste vier randomisierte Studien mit insgesamt 909 Patienten mit Lipodystrophie bei HIV-Infektion. Tesamorelin in der Dosis von 2 mg verringerte das viszerale Fett und den Taillenumfang, im Mittel um 1,61 Zentimeter gegenüber Placebo. Die Autoren stellten zudem häufigere Therapieabbrüche in der aktiven Gruppe fest.

Mehr zum Molekül selbst steht im Leitfaden über Tesamorelin, die ganze Familie ordnet der Leitfaden über Wachstumshormon-Peptide.

Die Messungen im Überblick

Messung Was sie zeigt Wie in Studien gemessen wurde
IGF-1 im Blut ob die Wachstumshormonachse reagiert hat monatlich, aus einer Blutabnahme
fettfreie Masse und Fettmasse Richtung der Veränderung der Körperzusammensetzung zu Beginn und am Ende des Zeitraums
Taillenumfang Fettmenge im Bauchbereich mit dem Maßband, immer an derselben Stelle
Tandemgang, Treppensteigen Leistungsfähigkeit in Bewegung mit einem Zeittest alle paar Monate
Glukose und glykiertes Hämoglobin Stoffwechselantwort aus dem Blut, zusammen mit den übrigen Werten

Welche dieser Messungen können Sie selbst wiederholen?

IGF-1 wird in einem normalen Labor aus einer Blutabnahme bestimmt, es ist also auch außerhalb einer Studie verfügbar. Den Taillenumfang messen Sie mit einem Maßband, immer an derselben Stelle und zur selben Tageszeit. Das Körpergewicht notieren Sie morgens, und Fotos machen Sie bei gleichem Licht, sonst zeigt ein Vergleich nach zwei Monaten nichts.

Der Rhythmus zählt mehr als die Ausrüstung. In den beschriebenen Studien wurde die Körperzusammensetzung alle paar Monate gemessen, weil Veränderungen in diesem Bereich Zeit brauchen. Eine Woche ist zu kurz, um etwas zu sehen, und tägliches Wiegen zeigt vor allem Schwankungen des Wasserhaushalts.

Wo dieser Vergleich endet

Alle oben beschriebenen Studien betreffen Wachstumshormon oder zugelassene Arzneimittel, gegeben an Patienten mit bestimmten Indikationen. Die Peptide aus unserem Katalog verkaufen wir als Material für Laborforschung, und sie haben keine solchen Studien am Menschen. Die Zahlen aus diesen Arbeiten beschreiben also den Mechanismus und die Art der Messung, kein Ergebnisversprechen. Den Status der einzelnen Moleküle erklärt der Leitfaden zum Rechtsstatus von Peptiden.

Denken Sie auch an die Wirkdauer des Moleküls selbst, denn von ihr hängt ab, wann eine Messung sinnvoll ist. Eine Übersicht der Halbwertszeiten gibt der Leitfaden zur Halbwertszeit von Peptiden. Preise und Verfügbarkeit aller Produkte zeigt die Preisliste, die Beschreibungen der Substanzen stehen im Shop.

Häufige Fragen

Warum misst man IGF-1 und nicht Wachstumshormon?

Wachstumshormon wird schubweise ausgeschüttet, deshalb sagt eine einzelne Blutmessung wenig. IGF-1 bleibt über den Tag stabil und dient in Studien deshalb als Zeichen dafür, dass die Achse reagiert hat.

Wie schnell sieht man Veränderungen der Körperzusammensetzung?

In den beschriebenen Studien wurde die Körperzusammensetzung nach sechs und nach zwölf Monaten gemessen, weil die Unterschiede in kürzerer Zeit zu klein sind, um sie zu erfassen.

Wie groß war die Veränderung in der Studie von 1990?

Die fettfreie Masse stieg um 8,8 Prozent, die Fettmasse sank um 14,4 Prozent, und die Dichte der Lendenwirbel stieg nach sechs Monaten um 1,6 Prozent.

Verändert ein Sekretagogum die Stoffwechselwerte?

In der Studie zu Capromorelin von 2009 wurde ein leichter Anstieg von Nüchternglukose und glykiertem Hämoglobin festgestellt, neben einer Verbesserung von Körperzusammensetzung und Leistungsfähigkeit.

Gelten diese Zahlen für Peptide aus dem Shop?

Nein. Sie stammen aus Studien zu Wachstumshormon und zugelassenen Arzneimitteln. Die Peptide aus dem Katalog werden als Material für Laborforschung verkauft.

Quellen

  1. Rudman D, Feller AG, Nagraj HS et al. Effects of human growth hormone in men over 60 years old. New England Journal of Medicine, 1990, 323(1): 1-6. https://doi.org/10.1056/NEJM199007053230101
  2. White HK, Petrie CD, Landschulz W et al. Effects of an oral growth hormone secretagogue in older adults. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2009, 94(4): 1198-1206. https://doi.org/10.1210/jc.2008-0632
  3. Ditta AM, Naeem RM, Sami MM et al. Efficacy and Safety of Tesamorelin in People Living With HIV (PLWH) With Lipodystrophy: A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of the International Association of Providers of AIDS Care, 2026, 25. https://doi.org/10.1177/23259582261475549