Die Halbwertszeiten der Peptide aus unserem Angebot reichen von wenigen Minuten bis zu acht Tagen. Ipamorelin verschwindet innerhalb von zwei Stunden aus dem Blut, CJC-1295 mit DAC braucht dafür fast eine Woche, und bei MOTS-c und BPC-157 hat das beim Menschen niemand gemessen. Unten stehen die Zahlen aus veröffentlichten Studien, zu jeder die Quelle, und eine Erklärung, warum die Wirkung oft länger anhält als das Molekül im Blut.
Was bedeutet Halbwertszeit?
Die Halbwertszeit ist die Zeit, nach der die Konzentration einer Substanz im Blut auf die Hälfte fällt. Nach zwei solchen Zeiträumen bleibt ein Viertel, nach drei ein Achtel. Der Wert beschreibt das Molekül selbst, nicht seine Wirkung im Körper.
Diese Unterscheidung zählt bei Peptiden, die Wachstumshormon freisetzen. Ein Molekül kann nach einer Stunde aus dem Blut verschwunden sein, während das erhöhte IGF-1 viele Tage anhält. Deshalb steht in der Tabelle unten neben der Halbwertszeit eine zweite Spalte mit der Dauer der gemessenen Wirkung.
Zahlen aus Studien am Menschen
| Substanz | Halbwertszeit | Wie lange die Wirkung anhielt |
|---|---|---|
| Ipamorelin | 2 Stunden | eine Ausschüttung von Wachstumshormon mit Spitze nach 40 Minuten |
| CJC-1295 mit DAC | 5,8 bis 8,1 Tage | Wachstumshormon über 6 Tage erhöht, IGF-1 9 bis 11 Tage |
| Semaglutid | 145 bis 168 Stunden | Spitzenkonzentration 30 bis 36 Stunden nach der Injektion |
| Tirzepatid | etwa 5 Tage | wöchentliche Gabe hält die Konzentration stabil |
| Retatrutid | etwa 6 Tage | wöchentliche Gabe hält die Konzentration stabil |
| GHK-Cu | unter 30 Minuten | keine gemessene Wirkdauer nach systemischer Gabe |
| MGF | Minuten | keine abgeschlossene Studie am Menschen |
Woher stammen diese Zahlen?
Ipamorelin wurde in einer Studie gemessen, die 1999 in Pharmaceutical Research erschien. Je acht gesunde Männer pro Dosisstufe, bei fünf Stufen, erhielten eine fünfzehnminütige Infusion. Die terminale Halbwertszeit lag bei 2 Stunden, die Clearance bei 0,078 Litern pro Stunde und Kilogramm und das Verteilungsvolumen bei 0,22 Litern pro Kilogramm. Das Wachstumshormon wurde einmalig ausgeschüttet, mit einer Spitze nach 0,67 Stunden und exponentiellem Abfall.
CJC-1295 wurde 2006 im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism untersucht, an gesunden Erwachsenen im Alter von 21 bis 61 Jahren. Nach einer einzigen subkutanen Injektion stieg das Wachstumshormon über mehr als sechs Tage auf das 2- bis 10-fache, IGF-1 über 9 bis 11 Tage auf das 1,5- bis 3-fache. Nach mehreren Dosen blieb IGF-1 bis zu 28 Tage über dem Ausgangswert. Diese Zahlen gelten für die Version mit DAC-Technologie und lassen sich nicht auf die Version ohne DAC übertragen, wie der Leitfaden über CJC-1295 mit oder ohne DAC erklärt.
Für Semaglutid gibt es eine 2024 veröffentlichte Übersicht zur Pharmakokinetik, die 17 Studien zusammenfasst. Die Halbwertszeit nach subkutaner Gabe lag zwischen 145 und 168 Stunden, also bei etwa einer Woche. Tirzepatid wurde mit einem Populationsmodell aus 19 Studien beschrieben, mit einer Halbwertszeit von etwa 5 Tagen. Retatrutid hat laut einer Übersicht von 2024 eine mittlere Halbwertszeit von etwa 6 Tagen. Alle drei Moleküle stellt der Leitfaden über Semaglutid, Tirzepatid und Retatrutid nebeneinander.
HCG: der Verabreichungsweg ändert den Verlauf, nicht das Ergebnis
Beim Choriongonadotropin wurde etwas Interessanteres gemessen als die Halbwertszeit allein. In einer Studie aus Fertility and Sterility von 1991 erhielten vierundzwanzig gesunde Männer 5000 IE, eine Gruppe subkutan, die andere intramuskulär. Nach subkutaner Gabe trat die Spitzenkonzentration später auf, und die Halbwertszeit war länger.
Die Antwort von Testosteron, LH und FSH fiel in beiden Gruppen gleich aus. Die Autoren werteten die subkutane Gabe deshalb als ebenso wirksam wie die intramuskuläre. Die Substanz selbst beschreibt die Seite HCG.
Bei welchen Peptiden hat das niemand gemessen?
Bei einem guten Teil des Katalogs lautet die Antwort: unbekannt. Für BPC-157, TB-500, MOTS-c und SLU-PP-332 wurden keine pharmakokinetischen Studien am Menschen veröffentlicht, deshalb nennen wir hier keine Zahl. Die Daten stammen ausschließlich aus Tierversuchen und Zellkulturen, und eine Umrechnung auf den Menschen wäre Raten.
Ein eigener Fall ist MGF. Das natürliche Molekül verschwindet innerhalb von Minuten aus dem Blut, und genau dieses Problem sollte die pegylierte Version lösen. Den Unterschied erklärt der Leitfaden über MGF und PEG-MGF.
Warum ist das keine Anwendungsanleitung?
Aus der Halbwertszeit folgt nicht, wie oft etwas zu geben ist, und solche Schlüsse ziehen wir nicht. Die oben zitierten Studien liefen in klinischen Zentren, an kleinen Gruppen, mit intravenöser oder subkutaner Gabe unter Aufsicht. Alle Produkte aus unserem Angebot verkaufen wir als Material für Laborforschung, was der Leitfaden zum Rechtsstatus von Peptiden erklärt.
Die Zahl, die beim Kauf mehr verändert, betrifft die Haltbarkeit der Ampulle, nicht das Blut. Ein aufgelöstes Peptid hält im Kühlschrank nur begrenzte Zeit, darum geht es im Leitfaden zum Lagern von Pulver und Lösung. Alle Preise stehen in der Preisliste.
Häufige Fragen
Welches Peptid aus dem Angebot hat die längste Halbwertszeit?
CJC-1295 mit DAC, 5,8 bis 8,1 Tage. Dicht dahinter liegen Retatrutid mit etwa sechs und Tirzepatid mit etwa fünf Tagen.
Bedeutet eine kurze Halbwertszeit eine kurze Wirkung?
Nicht immer. Ipamorelin verschwindet in zwei Stunden aus dem Blut, während CJC-1295 mit DAC das IGF-1 nach einer einzigen Injektion 9 bis 11 Tage lang erhöht.
Wie lang ist die Halbwertszeit von BPC-157 beim Menschen?
Das ist nicht bekannt. Eine pharmakokinetische Studie zu BPC-157 am Menschen wurde nicht veröffentlicht, und Tierdaten lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.
Wirkt HCG subkutan oder intramuskulär besser?
In der Studie von 1991 an 24 Männern war die Antwort von Testosteron, LH und FSH nach 5000 IE in beiden Gruppen gleich.
Ergibt sich aus der Halbwertszeit, wie oft ein Peptid gegeben wird?
Nein. Die Halbwertszeit beschreibt, wie eine Substanz aus dem Blut verschwindet, und ist kein Anwendungsschema.
Quellen
- Gobburu JV, Agersø H, Jusko WJ, Ynddal L. Pharmacokinetic-pharmacodynamic modeling of ipamorelin, a growth hormone releasing peptide, in human volunteers. Pharmaceutical Research, 1999, 16(9): 1412-1416. https://doi.org/10.1023/a:1018955126402
- Teichman SL, Neale A, Lawrence B et al. Prolonged stimulation of growth hormone (GH) and insulin-like growth factor I secretion by CJC-1295, a long-acting analog of GH-releasing hormone, in healthy adults. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2006, 91(3): 799-805. https://doi.org/10.1210/jc.2005-1536
- Yang XD, Yang YY. Clinical Pharmacokinetics of Semaglutide: A Systematic Review. Drug Design, Development and Therapy, 2024, 18: 2555-2570. https://doi.org/10.2147/DDDT.S470826
- Schneck K, Urva S. Population pharmacokinetics of the GIP/GLP receptor agonist tirzepatide. CPT: Pharmacometrics and Systems Pharmacology, 2024, 13(3): 494-503. https://doi.org/10.1002/psp4.13099
- Tetelbaun L, Mullally JA, Frishman WH. The First Triple Agonist for Antiobesity: Retatrutide. Cardiology in Review, 2024. https://doi.org/10.1097/CRD.0000000000000793
- Saal W, Glowania HJ, Hengst W, Happ J. Pharmacodynamics and pharmacokinetics after subcutaneous and intramuscular injection of human chorionic gonadotropin. Fertility and Sterility, 1991, 56(2): 225-229. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1712735/
