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Retatrutid verbesserte in Studien die zwei grundlegenden Werte der Nierenfunktion. Bei Menschen mit Adipositas senkte die Dosis von 12 mg die Eiweißmenge im Urin um 31,5 Prozent gegenüber Placebo und erhöhte die Nierenfiltrationsrate um 8,5 ml/min. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sank die Eiweißmenge im Urin um 37,0 Prozent. Unten erklären wir, was diese Zahlen bedeuten, und beschreiben die laufenden Studien.

Welche Werte zeigen, wie die Nieren arbeiten?

Die Nierenfunktion wird in Studien mit zwei Werten beschrieben. Der erste ist die eGFR, also die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, die zeigt, wie viel Blut die Nieren pro Minute reinigen. Ein höherer Wert bedeutet eine bessere Nierenfunktion.

Der zweite Wert ist die UACR, also das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin. Sie zeigt, wie viel Eiweiß in den Urin übertritt, was eines der ersten Zeichen einer Belastung der Nieren ist. Hier ist ein niedrigerer Wert besser. Adipositas und Typ-2-Diabetes erhöhen das Risiko für Nierenerkrankungen, deshalb werden beide Werte in Studien zu Arzneimitteln für diese Erkrankungen gemessen.

Was zeigte die Auswertung der Phase-2-Studien?

Die Auswertung umfasste zwei Phase-2-Studien: 281 Personen mit Typ-2-Diabetes und 338 Personen mit Übergewicht oder Adipositas ohne Diabetes. Die Teilnehmenden erhielten Retatrutid in Dosen von 0,5 bis 12 mg oder Placebo. Die Ergebnisse erschienen 2025 in Kidney International Reports.

Ergebnis gegenüber Placebo Retatrutid 8 mg Retatrutid 12 mg
Eiweiß im Urin, Adipositas, nach 48 Wochen minus 28,0 Prozent minus 31,5 Prozent
Nierenfiltration, Adipositas, nach 48 Wochen plus 5,3 ml/min plus 8,5 ml/min
Eiweiß im Urin, Typ-2-Diabetes, nach 36 Wochen nicht angegeben minus 37,0 Prozent

Bei Menschen mit Diabetes veränderte sich die Nierenfiltration gegenüber Placebo nicht. Den Anstieg der Filtration bei Menschen mit Adipositas bestätigten zwei verschiedene Berechnungsarten. Die eine beruht auf Kreatinin, die andere auf Cystatin C, einem anderen Bluteiweiß.

Wie sind diese Ergebnisse zu lesen?

Die Teilnehmenden hatten zu Beginn meist eine normale Nierenfunktion. Die mittlere Filtration lag bei etwa 90 ml/min, und das Eiweiß im Urin war meist im Normbereich. Die Autoren weisen darauf hin, dass der absolute Rückgang des Eiweißes im Urin dadurch gering war.

Die Ergebnisse zeigen also eine Richtung, aber keinen Beweis für einen Nierenschutz bei Nierenerkrankungen. Antworten auf diese zweite Frage sollen Studien bei Menschen mit bereits festgestellter chronischer Nierenerkrankung liefern. Wir beschreiben sie weiter unten.

Woher könnte die günstige Wirkung auf die Nieren kommen?

Retatrutid wirkt gleichzeitig auf mehrere Faktoren, die die Nieren belasten. Es senkt Körpergewicht, Blutdruck und Blutzucker. Jeder dieser Faktoren hängt für sich mit dem Risiko für Nierenerkrankungen zusammen.

Welcher Teil der Wirkung auf welchen Faktor zurückgeht, ist nicht bekannt. Eine Studie an Mäusen von 2026 prüfte auch eine direkte Wirkung auf die Nierenfibrose. Retatrutid wirkte darin am stärksten von drei verglichenen Arzneimitteln, aber Ergebnisse an Tieren müssen am Menschen bestätigt werden.

Welche Nierenstudien laufen?

Am wichtigsten ist die Studie TRANSCEND-CKD bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und Übergewicht oder Adipositas. Sie umfasste 146 Personen mit einem mittleren Alter von 65,1 Jahren und einer mittleren gemessenen Filtration von 49,3 ml/min. Die Teilnehmenden erhalten Retatrutid bis 12 mg oder Placebo, das Hauptergebnis ist die Änderung der Filtration nach 24 Wochen.

Die Filtration wird darin genauer als üblich gemessen, durch Gabe eines Markers und Messung seiner Ausscheidung aus dem Blut. Eine Magnetresonanztomographie zeigt außerdem die Durchblutung der Nieren und das Fett um sie herum. Die Ergebnisse sollen die große Studie TRIUMPH-Outcomes stützen, die die Wirkung von Retatrutid auf Herz und Nieren prüft.

Warum die genaue Messung hier wichtig ist, zeigen die Ausgangsdaten. Die aus Kreatinin berechnete Filtration lag im Mittel bei 64,2 ml/min, die aus Cystatin C bei 49,6 ml/min, also etwa so hoch wie die Messung mit dem Marker. Kreatinin hängt von der Muskelmasse ab und kann daher bei starkem Gewichtsverlust ein irreführendes Bild geben. Unter den Teilnehmenden hatten 37,7 Prozent Typ-2-Diabetes, und 21,8 Prozent nahmen SGLT-2-Hemmer.

Wie schneidet es im Vergleich zu Semaglutid ab?

Semaglutid hat bereits Ergebnisse einer großen Nierenstudie bei Menschen mit Diabetes und Nierenerkrankung, der Studie FLOW. Auf dieser Grundlage erhielt das Arzneimittel Ozempic 2025 eine Nierenindikation. Das beschreibt der Leitfaden Semaglutid und Tirzepatid über das Abnehmen hinaus.

Für Retatrutid gibt es solche Ergebnisse noch nicht, weil die Nierenstudien noch laufen. Die Daten aus Phase 2 weisen aber in dieselbe Richtung. Die Wirkung von Retatrutid auf den Blutzucker beschreibt der Leitfaden zu Retatrutid und Typ-2-Diabetes, die auf die Leber der Leitfaden zu Retatrutid und Fettleber.

Wo kann man Retatrutid kaufen?

Im Shop gibt es Retatrutid in drei Varianten von drei Herstellern. Retatrutid 20 mg Bio-Peptide kostet 200 EUR und ist sofort lieferbar. Retatrutid 20 mg Genheal kostet 200 EUR und ist auf Bestellung erhältlich. Retatrutid 40 mg Nouveaux im Pen kostet 350 EUR, also 8,75 EUR pro Milligramm statt 10 EUR.

Retatrutid ist kein zugelassenes Arzneimittel, und die Produkte im Shop sind Material für die Laborforschung. Nierenerkrankungen behandelt ein Arzt, und kein Forschungsmaterial ersetzt das. Alle Varianten stellt die Seite Retatrutid zusammen.

Häufige Fragen

Schadet Retatrutid den Nieren?

In Phase-2-Studien verbesserten sich die Nierenwerte. Das Eiweiß im Urin sank bei 12 mg um 31,5 Prozent bei Menschen mit Adipositas und um 37,0 Prozent bei Menschen mit Diabetes.

Verbessert Retatrutid die Nierenfiltration?

Bei Menschen mit Adipositas erhöhte die Dosis von 12 mg die Filtration nach 48 Wochen um 8,5 ml/min gegenüber Placebo. Bei Menschen mit Diabetes veränderte sich die Filtration nicht.

Was ist die UACR?

Das ist das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin. Sie zeigt, wie viel Eiweiß in den Urin übertritt, und ist eines der ersten Zeichen einer Belastung der Nieren.

Wurde Retatrutid bei Menschen mit Nierenerkrankung untersucht?

Die Studie TRANSCEND-CKD läuft bei 146 Personen mit chronischer Nierenerkrankung und Adipositas. Das Hauptergebnis ist die Änderung der Filtration nach 24 Wochen.

Woher kommt die Wirkung auf die Nieren?

Retatrutid senkt Körpergewicht, Blutdruck und Blutzucker, und jeder dieser Faktoren belastet die Nieren. Der Anteil jedes einzelnen wurde noch nicht getrennt.

Quellen

  1. Heerspink HJL, Lu Z, Du Y et al. The Effect of Retatrutide on Kidney Parameters in Participants With Type 2 Diabetes Mellitus and/or Obesity. Kidney International Reports, 2025, 10(6): 1980-1992. https://doi.org/10.1016/j.ekir.2025.03.049
  2. Heerspink HJL, van Raalte DH, Bjornstad P et al. Rationale, design and baseline characteristics of the TRANSCEND-CKD trial of retatrutide in patients with chronic kidney disease. Nephrology Dialysis Transplantation, 2026, 41(6): 1058-1068. https://doi.org/10.1093/ndt/gfaf230
  3. Jastreboff AM, Kaplan LM, Frías JP et al. Triple-Hormone-Receptor Agonist Retatrutide for Obesity - A Phase 2 Trial. New England Journal of Medicine, 2023, 389(6): 514-526. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2301972
  4. Simental-Mendía LE, Barragán-Zúñiga LJ, Reyes-Avitia V. Effect of Retatrutide, a Novel Triple Receptor Agonist, on Blood Pressure and Lipid Levels: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. High Blood Pressure and Cardiovascular Prevention, 2026, 33(5): 503-516. https://doi.org/10.1007/s40292-026-00812-6
  5. Bajaj HS, Welch M, Shah P et al. Efficacy and safety of retatrutide in people with type 2 diabetes and inadequate glycaemic control with diet and exercise (TRANSCEND-T2D-1). The Lancet, 2026, 407(10546): 2402-2413. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(26)00967-0
  6. Ding M, Li X, Wei Y et al. Comparative effects of semaglutide tirzepatide and retatrutide on renal fibrosis in UUO and aged mice. iScience, 2026, 29(9): 117174. https://doi.org/10.1016/j.isci.2026.117174