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Retatrutid verringerte die Fettmenge in der Leber mit 12 mg innerhalb von 48 Wochen um 86,0 Prozent. Dieses Ergebnis brachte eine Studie der Phase 2, die 2024 in Nature Medicine erschien. Nach 48 Wochen hatten 93 Prozent der Personen dieser Gruppe eine Leber ohne Verfettung. Wenn Sie wissen möchten, wie Retatrutid auf die Leber wirkt und wie es im Vergleich zu anderen Peptiden abschneidet, finden Sie unten alle Zahlen aus dieser Studie.

Was ist eine stoffwechselbedingte Fettleber?

Das ist ein Zustand, bei dem sich wegen Stoffwechselstörungen zu viel Fett in den Leberzellen ablagert. Die heutige Bezeichnung lautet MASLD, nach dem englischen Begriff für die mit metabolischer Dysfunktion verbundene steatotische Lebererkrankung. Früher hieß derselbe Zustand nichtalkoholische Fettlebererkrankung, kurz NAFLD. Die Studie mit Retatrutid wurde bei Menschen mit Adipositas oder Übergewicht durchgeführt.

Die Fettmenge in der Leber misst man heute mit der Magnetresonanztomographie nach der Methode MRI-PDFF. Das Ergebnis wird als Anteil des Fetts am Lebergewebe in Prozent angegeben. Die Autoren der Retatrutid-Studie werteten ein Ergebnis unter 5 Prozent als normal. Aufgenommen wurden Personen, bei denen Fett mindestens 10 Prozent der Leber ausmachte.

Wie verlief die Studie mit Retatrutid an der Leber?

Die Studie war Teil einer größeren, 48-wöchigen Studie der Phase 2 zur Adipositas. Daran nahmen 98 Personen mit Fettleber ohne Typ-2-Diabetes teil. Das mittlere Alter lag bei 46,6 Jahren, der mittlere BMI bei 38,4, und Frauen machten 46,9 Prozent der Gruppe aus. Die Teilnehmenden wurden per Zufall den Dosen 1, 4, 8 oder 12 mg oder Placebo zugeteilt.

Retatrutid wurde einmal pro Woche unter die Haut gegeben. Weder die Teilnehmenden noch die Forschenden wussten, wer das Mittel und wer Placebo erhielt. Das Hauptergebnis war die relative Veränderung des Leberfetts nach 24 Wochen. Die Messung wurde nach 48 Wochen wiederholt.

Um wie viel sank das Leberfett nach 24 Wochen?

Nach 24 Wochen sank das Leberfett um 81,4 Prozent mit 8 mg und um 82,4 Prozent mit 12 mg. In der Placebogruppe blieb es praktisch unverändert. Die Unterschiede gegenüber Placebo waren bei jeder Dosis Retatrutid statistisch signifikant. Das Ergebnis hing deutlich von der Dosis ab.

Dosis Veränderung des Leberfetts nach 24 Wochen Leber ohne Verfettung nach 24 Wochen Leberfett um mindestens 30 Prozent gesenkt
1 mg -42,9 Prozent 27 Prozent der Personen 71 Prozent der Personen
4 mg -57,0 Prozent 52 Prozent der Personen 89 Prozent der Personen
8 mg -81,4 Prozent 79 Prozent der Personen 100 Prozent der Personen
12 mg -82,4 Prozent 86 Prozent der Personen 100 Prozent der Personen
Placebo +0,3 Prozent 0 Prozent der Personen 4 Prozent der Personen

Schon nach knapp sechs Monaten hatten also die meisten Personen unter den höheren Dosen eine normale Leber. Eine Senkung des Leberfetts um mindestens 30 Prozent erreichte mit 8 und 12 mg jede teilnehmende Person.

Welches Ergebnis brachten die vollen 48 Wochen?

Nach 48 Wochen sank das Leberfett um 86,0 Prozent mit 12 mg und um 81,7 Prozent mit 8 mg. Mit 1 mg betrug der Rückgang 51,3 Prozent, mit 4 mg 59,0 Prozent. In der Placebogruppe nahm das Fett um 4,6 Prozent ab. Eine Leber ohne Verfettung hatten 93 Prozent der Personen mit 12 mg und 89 Prozent mit 8 mg.

Im selben Zeitraum verloren die Teilnehmenden viel Körpergewicht. Der Verlust lag bei 8,6 Prozent mit 1 mg, 16,3 Prozent mit 4 mg, 23,8 Prozent mit 8 mg und 25,9 Prozent mit 12 mg. In der Placebogruppe veränderte sich das Körpergewicht praktisch nicht. Die Autoren zeigten, dass der Rückgang des Leberfetts mit dem Verlust an Körpergewicht und Bauchfett zusammenhing.

Was zeigte die Hauptstudie, aus der diese Gruppe stammt?

Die Hauptstudie umfasste 338 Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht und Begleiterkrankung. Sie erschien 2023 im New England Journal of Medicine. Männer machten 51,8 Prozent der Teilnehmenden aus. Retatrutid wurde 48 Wochen lang einmal pro Woche in Dosen von 1 bis 12 mg gegeben.

Dosis Gewichtsverlust nach 24 Wochen Gewichtsverlust nach 48 Wochen
1 mg 7,2 Prozent 8,7 Prozent
4 mg 12,9 Prozent 17,1 Prozent
8 mg 17,3 Prozent 22,8 Prozent
12 mg 17,5 Prozent 24,2 Prozent
Placebo 1,6 Prozent 2,1 Prozent

Mindestens 15 Prozent des Körpergewichts verloren nach 48 Wochen 83 Prozent der Personen mit 12 mg, 75 Prozent mit 8 mg und 60 Prozent mit 4 mg. In der Placebogruppe erreichten 2 Prozent der Teilnehmenden dieses Ergebnis.

Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen den Verdauungstrakt und nahmen mit der Dosis zu. Eine niedrigere Startdosis, 2 mg statt 4 mg, milderte sie. Die Herzfrequenz stieg dosisabhängig, am stärksten in Woche 24, und sank danach wieder. Die Ergebnisse der Phase 3 aus den TRIUMPH-Studien fasst der Leitfaden Retatrutid Phase 3 zusammen.

Warum wirkt Retatrutid so stark auf die Leber?

Retatrutid aktiviert drei Rezeptoren gleichzeitig: GLP-1, GIP und Glukagon. Semaglutid wirkt nur auf den ersten davon, Tirzepatid auf die ersten beiden. Der dritte, der Glukagonrezeptor, unterscheidet Retatrutid von beiden Peptiden. Nach Ansicht der Studienautoren kann Glukagon das Leberfett verringern, indem es dessen Verbrennung in den Leberzellen anregt.

Darauf deutet eine der Blutmessungen hin. Die Konzentration von Beta-Hydroxybutyrat, einem Marker der Fettsäureverbrennung, stieg je nach Dosis auf das Zwei- bis Dreifache. Bei höheren Dosen stieg auch Adiponektin, was die Autoren mit dem Abbau von Fettgewebe verbinden. Einen Vergleich von drei Peptiden beim Körpergewicht bietet der Leitfaden Semaglutid, Tirzepatid oder Retatrutid.

Wie schneidet Retatrutid im Vergleich zu Semaglutid und Tirzepatid ab?

In den von den Autoren beschriebenen Studien brachte Retatrutid den größten Rückgang des Leberfetts. Die Autoren selbst stellen es früheren Ergebnissen anderer Peptide gegenüber. Dulaglutid verringerte das Leberfett um 32 Prozent nach 24 Wochen, Tirzepatid um 47 Prozent nach 52 Wochen. Semaglutid brachte etwa 50 Prozent nach 72 Wochen.

Peptid Rückgang des Leberfetts Zeit
Dulaglutid 32 Prozent 24 Wochen
Tirzepatid 47 Prozent 52 Wochen
Semaglutid etwa 50 Prozent 72 Wochen
Retatrutid 12 mg 82,4 Prozent 24 Wochen
Retatrutid 12 mg 86,0 Prozent 48 Wochen

Diese Zahlen stammen aus verschiedenen Studien und Gruppen von Menschen, sie sind also kein direkter Vergleich. Sie zeigen jedoch, dass der Vorsprung von Retatrutid deutlich ist. Die Wirkung von Semaglutid und Tirzepatid auf die Leber beschreibt der Leitfaden Semaglutid und Tirzepatid für Herz, Nieren, Schlaf und Leber.

Was zeigten Blutwerte und Sicherheit?

Die Autoren fanden keine Hinweise auf eine Leberschädigung. Die Leberenzyme ALT und AST waren bei den Teilnehmenden schon zu Beginn normal. Deshalb überraschte es die Forschenden nicht, dass sie sich nach der Behandlung kaum veränderten. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen den Verdauungstrakt, waren vorübergehend und meist leicht bis mittelschwer.

Der Rückgang des Leberfetts ging mit besseren Stoffwechselwerten einher. Die Autoren verbinden ihn mit einer besseren Insulinempfindlichkeit und Veränderungen im Fettstoffwechsel. Die Studie umfasste 98 Personen, ihre Ergebnisse betreffen also eine verhältnismäßig kleine Gruppe.

Wo kauft man Retatrutid und was kostet es?

Im Shop gibt es Retatrutid in drei Varianten von drei Herstellern. Retatrutid 20 mg Bio-Peptide kostet 200 EUR und ist sofort lieferbar. Retatrutid 20 mg Genheal kostet 200 EUR auf Nachbestellung. Retatrutid 40 mg Nouveaux im Pen kostet 350 EUR, also 8,75 EUR pro Milligramm statt 10 EUR.

Für wie viele Wochen eine Ampulle bei den einzelnen Dosen reicht, rechnet der Leitfaden wie lange eine GLP-1-Ampulle reicht vor. Alle Varianten zeigt die Seite Retatrutid. Retatrutid ist kein zugelassenes Arzneimittel und im Shop Material für Laborforschung.

Häufige Fragen

Verringert Retatrutid die Fettleber?

Ja. In einer Studie von 2024 sank das Leberfett nach 48 Wochen um 86,0 Prozent mit 12 mg und um 81,7 Prozent mit 8 mg.

Wie schnell wirkt Retatrutid auf die Leber?

Nach 24 Wochen sank das Leberfett mit 12 mg um 82,4 Prozent. Eine Leber ohne Verfettung hatten zu diesem Zeitpunkt 86 Prozent der Personen dieser Gruppe.

Wie viele Menschen wurden unter Retatrutid ihre Fettleber los?

Nach 48 Wochen hatten 93 Prozent der Personen mit 12 mg und 89 Prozent mit 8 mg weniger als 5 Prozent Leberfett. In der Placebogruppe niemand.

Wirkt Retatrutid stärker auf die Leber als Semaglutid?

Laut den Studienautoren verringerte Semaglutid das Leberfett nach 72 Wochen um etwa 50 Prozent. Retatrutid 12 mg brachte bereits nach 24 Wochen 82,4 Prozent.

Warum verbrennt Retatrutid Fett in der Leber?

Es aktiviert den Glukagonrezeptor, der laut den Autoren die Verbrennung von Fettsäuren in der Leber verstärkt. Der Marker dieser Verbrennung, Beta-Hydroxybutyrat, stieg auf das Zwei- bis Dreifache.

Quellen

  1. Sanyal AJ, Kaplan LM, Frias JP et al. Triple hormone receptor agonist retatrutide for metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease: a randomized phase 2a trial. Nature Medicine, 2024, 30(7): 2037-2048. https://doi.org/10.1038/s41591-024-03018-2
  2. Jastreboff AM, Kaplan LM, Frías JP et al. Triple-Hormone-Receptor Agonist Retatrutide for Obesity - A Phase 2 Trial. New England Journal of Medicine, 2023, 389(6): 514-526. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37366315/