Follistatin 344 hat Muskelmasse und Muskelkraft bei jeder Art erhöht, bei der es geprüft wurde: bei Mäusen, bei Affen und bei Menschen mit Muskelerkrankungen. Mäuse mit einem zusätzlichen Follistatin-Gen hatten mehrfach größere Muskeln als gewöhnliche Tiere. Bei Patienten mit Muskeldystrophie Becker, denen das Gen für Follistatin 344 in die Oberschenkelmuskeln gegeben wurde, stieg die Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest bei vier von sechs Personen, um bis zu 125 Meter. Im Folgenden gehen wir diese Studien der Reihe nach durch, vom Labor bis zu den ersten Patienten.
Was ist Follistatin 344?
Follistatin ist ein Protein, das der Körper selbst bildet. Es bindet Myostatin, also das Signal, das das Muskelwachstum bremst. Fängt Follistatin das Myostatin ab, bekommt der Muskel nicht mehr den Befehl "genug" und kann weiter wachsen.
Die Zahl 344 bezeichnet eine der Formen von Follistatin, die aus demselben Gen entstehen. Forscher aus Ohio wählten sie bewusst, weil sie im Blut kreist und sich nur schwach an andere Zellen heftet. Sie wirkt daher vor allem auf die Skelettmuskulatur. Mehr über Myostatin und seine Blocker steht im Leitfaden darüber, was Follistatin 344 und ACE-031 sind.
Was zeigten die ersten Studien an Mäusen?
Die ersten Belege lieferte das Team von Se-Jin Lee an der Johns Hopkins University. 2001 züchteten die Forscher Mäuse, deren Muskeln viel Follistatin bildeten. Die Tiere hatten deutlich mehr Muskelmasse, vergleichbar mit Mäusen ohne Myostatin-Gen.
2007 kombinierte derselbe Forscher beide Eingriffe. Mäuse ohne Myostatin, die zusätzlich Follistatin bildeten, hatten etwa viermal so viel Muskulatur wie gewöhnliche Mäuse. Das Ergebnis zeigte, dass Follistatin mehr als nur Myostatin bindet und auch auf andere Bremsen des Muskelwachstums wirkt.
| Studie | Modell | Ergebnis |
|---|---|---|
| Lee und McPherron, 2001 | Mäuse mit viel Follistatin im Muskel | Muskelmasse wie bei Mäusen ohne Myostatin |
| Lee, 2007 | Mäuse ohne Myostatin mit zusätzlichem Follistatin | etwa 4-mal mehr Muskulatur als gewöhnliche Mäuse |
| Haidet et al., 2008 | einmalige Gengabe, gesunde und dystrophe Mäuse | mehr Muskelmasse und Kraft über mehr als 2 Jahre |
| Rose et al., 2009 | fertiges Follistatin-Protein, Mäuse mit Muskelschwund | mehr Masse mehrerer Muskelgruppen, 30 Prozent längeres Leben |
Wirkt Follistatin auch bei älteren Tieren?
Ja, und zwar lange. In einer Studie von 2008 gab das Team aus Ohio Mäusen das Follistatin-Gen nur ein einziges Mal. Muskelmasse und Kraft stiegen über mehr als zwei Jahre, also praktisch für den Rest des Lebens der Tiere. Der Effekt zeigte sich bei gesunden Mäusen und bei Mäusen mit Muskeldystrophie.
Die Forscher betonten, dass es auch bei Tieren wirkte, die das Gen erst in höherem Alter bekamen. Das ist wichtig, weil andere Wege, Myostatin zu blockieren, je nach Alter beim Behandlungsbeginn unterschiedlich wirkten. Die Muskeln älterer Tiere reagierten auf Follistatin weiterhin mit Wachstum.
Baut auch das Follistatin-Protein allein, ohne Gen, Muskeln auf?
Genau das prüften 2009 Forscher der University of Missouri. Mäuse mit spinaler Muskelatrophie erhielten fertiges Follistatin-Protein statt des Gens. Diese Form, also das fertige Molekül, enthält eine Ampulle mit Lyophilisat.
Bei den behandelten Mäusen nahm die Masse mehrerer Muskelgruppen zu, und die Beweglichkeit verbesserte sich. Auch die Zahl der Nervenzellen im Rückenmark, die die Muskeln steuern, stieg. Die mittlere Lebensdauer verlängerte sich um 30 Prozent gegenüber unbehandelten Tieren. Die Studie zeigte, dass schon das von außen gegebene Protein für den Effekt ausreicht.
Wie wirkte Follistatin 344 bei Affen?
Affen sind dem Menschen physiologisch viel näher als Mäuse, deshalb war diese Studie ein Durchbruch. 2009 brachte das Team aus Ohio das Gen für Follistatin 344 in den vierköpfigen Oberschenkelmuskel von Makaken ein. Die Muskeln wurden deutlich und dauerhaft größer, und ihre Kraft nahm zu.
Die Forscher untersuchten nach langer Zeit auch die Organe der Tiere. Sie fanden keine krankhaften Veränderungen in Aufbau oder Funktion der wichtigsten Organe. In einer Übersichtsarbeit aus demselben Jahr hielt das Team fest, dass die Form 344 die Fruchtbarkeit der Tiere nicht veränderte. Genau dieses Ergebnis öffnete den Weg zu Studien am Menschen.
Was zeigten die Studien am Menschen?
Beim Menschen wurde Follistatin 344 in zwei Studien am Nationwide Children's Hospital in Columbus geprüft. In beiden bekamen die Patienten das Gen für Follistatin 344 per Injektion in die Muskeln beider Oberschenkel. Das wichtigste Maß war die Strecke im 6-Minuten-Gehtest.
An der Studie von 2015 nahmen sechs Patienten mit Muskeldystrophie Becker teil, einer Krankheit, bei der die Muskeln nach und nach schwächer werden. Vier von ihnen verbesserten ihre Gehstrecke:
- niedrigere Dosis: um 58 Meter und um 125 Meter, der dritte Patient unverändert,
- höhere Dosis: um 108 Meter und um 29 Meter, der dritte Patient ohne Verbesserung.
In den entnommenen Muskelproben gab es weniger Bindegewebe, und die Muskelfasern waren größer, besonders nach der höheren Dosis. Die Forscher stellten keine Nebenwirkungen fest.
In der Studie von 2017 wurden sechs Personen mit Einschlusskörpermyositis behandelt, einer Krankheit, die meist Menschen über 50 trifft. Die Behandelten verbesserten ihre Gehstrecke im Schnitt um 56 Meter pro Jahr. Acht passende Personen ohne Behandlung verloren in derselben Zeit im Schnitt 25,8 Meter. Vier Behandelte verbesserten sich um 58 bis 153 Meter.
Worin unterscheiden sich die Studien am Menschen vom Produkt in der Ampulle?
In den Studien am Menschen wurde ein Gen gegeben, das Follistatin 344 im Muskel selbst und über lange Zeit bildete. In der Ampulle ist das fertige Protein, das so lange wirkt, wie es im Körper kreist. Bei Mäusen erhöhte auch das fertige Protein die Muskelmasse, wie die Studie von 2009 zeigte.
Eine Studie, in der gesunde Menschen fertiges Follistatin-344-Protein gespritzt bekamen, ist bisher nicht veröffentlicht. Die Ergebnisse bei Patienten zeigen also die Richtung, in die dieses Molekül wirkt, nicht den Effekt eines bestimmten Schemas. Follistatin 344 ist kein zugelassenes Arzneimittel.
Wo kann man Follistatin 344 kaufen und was kostet es?
Im Shop gibt es drei Varianten von Follistatin 344, alle auf Lager:
| Produkt | Menge | Preis | Preis pro Milligramm |
|---|---|---|---|
| Follistatin 344 Nouveaux Ltd. | 2 mg | 70 EUR | 35 EUR |
| Follistatin 344 Genheal | 1 mg | 45 EUR | 45 EUR |
| Follistatin 344 Bio-Peptide | 1 mg | 45 EUR | 45 EUR |
Den niedrigsten Preis pro Milligramm hat die 2-mg-Ampulle von Nouveaux Ltd. Alle Varianten stehen auf der Seite Follistatin 344. Wie Follistatin im Vergleich zu anderen Muskelpeptiden abschneidet, beschreibt der Leitfaden darüber, was Studien zu Peptiden im Bodybuilding zeigten. Die Produkte im Shop sind Material für die Laborforschung, kein Arzneimittel.
Häufige Fragen
Erhöht Follistatin 344 die Muskelmasse?
Ja, in Studien an Mäusen und Makaken erhöhte Follistatin 344 deutlich Muskelmasse und Kraft. Bei Mäusen hielt der Effekt nach einer einzigen Gengabe über zwei Jahre an.
Gibt es Studien zu Follistatin 344 am Menschen?
Ja, zwei Gentherapie-Studien von 2015 und 2017 bei Patienten mit Muskeldystrophie Becker und Einschlusskörpermyositis. Bei den meisten Behandelten verbesserte sich die Strecke im 6-Minuten-Gehtest.
Um wie viel verbesserte sich die Gehstrecke der Patienten?
In der Studie von 2015 verbesserten vier von sechs Patienten ihre Strecke um 29 bis 125 Meter. In der Studie von 2017 gewannen die Behandelten im Schnitt 56 Meter pro Jahr, die Unbehandelten verloren 25,8 Meter.
Wirkt das fertige Follistatin-Protein wie das Gen?
Bei Mäusen erhöhte auch das fertige Follistatin-Protein die Muskelmasse und verlängerte das Leben um 30 Prozent. Studien mit dem fertigen Protein am Menschen sind bisher nicht veröffentlicht.
Was kostet Follistatin 344 im Shop?
Die 2-mg-Ampulle von Nouveaux Ltd. kostet 70 EUR, die 1-mg-Ampullen von Genheal und Bio-Peptide je 45 EUR. Alle sind auf Lager.
Quellen
- Lee SJ, McPherron AC. Regulation of myostatin activity and muscle growth. Proceedings of the National Academy of Sciences, 2001, 98(16): 9306-9311. https://doi.org/10.1073/pnas.151270098
- Lee SJ. Quadrupling muscle mass in mice by targeting TGF-beta signaling pathways. PLoS One, 2007, 2(8): e789. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0000789
- Haidet AM, Rizo L, Handy C et al. Long-term enhancement of skeletal muscle mass and strength by single gene administration of myostatin inhibitors. Proceedings of the National Academy of Sciences, 2008, 105(11): 4318-4322. https://doi.org/10.1073/pnas.0709144105
- Rose FF Jr, Mattis VB, Rindt H, Lorson CL. Delivery of recombinant follistatin lessens disease severity in a mouse model of spinal muscular atrophy. Human Molecular Genetics, 2009, 18(6): 997-1005. https://doi.org/10.1093/hmg/ddn426
- Kota J, Handy CR, Haidet AM et al. Follistatin gene delivery enhances muscle growth and strength in nonhuman primates. Science Translational Medicine, 2009, 1(6): 6ra15. https://doi.org/10.1126/scitranslmed.3000112
- Rodino-Klapac LR, Haidet AM, Kota J et al. Inhibition of myostatin with emphasis on follistatin as a therapy for muscle disease. Muscle and Nerve, 2009, 39(3): 283-296. https://doi.org/10.1002/mus.21244
- Mendell JR, Sahenk Z, Malik V et al. A phase 1/2a follistatin gene therapy trial for Becker muscular dystrophy. Molecular Therapy, 2015, 23(1): 192-201. https://doi.org/10.1038/mt.2014.200
- Mendell JR, Sahenk Z, Al-Zaidy S et al. Follistatin gene therapy for sporadic inclusion body myositis improves functional outcomes. Molecular Therapy, 2017, 25(4): 870-879. https://doi.org/10.1016/j.ymthe.2017.02.015
