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Tirzepatid hat die Zahl der Atemaussetzer im Schlaf ungefähr halbiert. In den beiden SURMOUNT-OSA-Studien sank sie nach einem Jahr um 50,7 und 58,7 Prozent, unter Placebo um 3,0 und 2,5 Prozent. Bei 42 bis 50 Prozent der Personen unter Tirzepatid ging die Schlafapnoe auf eine leichte Form ohne Tagesmüdigkeit zurück oder verschwand. Das Körpergewicht sank dabei um 17,7 und 19,6 Prozent. Wenn Sie schnarchen, müde aufwachen und mit Übergewicht kämpfen, finden Sie unten alle Zahlen aus dieser Studie.

Was ist Schlafapnoe und was hat sie mit dem Gewicht zu tun?

Die obstruktive Schlafapnoe ist eine Atemstörung im Schlaf, bei der die Atemwege zusammenfallen und die Atmung unterbrechen. Die Aussetzer senken den Sauerstoff im Blut und stören den Schlaf, auch wenn man sich meist nicht daran erinnert. Schlafapnoe hängt außerdem mit ernsten Folgen für Herz und Gefäße zusammen.

Den Schweregrad misst der AHI, also die Zahl der Atemaussetzer und Atemabflachungen pro Stunde Schlaf. Die American Academy of Sleep Medicine bewertet einen Wert von 15 und mehr als klinisch bedeutsam. Überschüssiges Körperfett ist eine der Ursachen der Erkrankung, deshalb wurde Tirzepatid gerade bei Menschen mit Adipositas geprüft.

Wie lief die SURMOUNT-OSA-Studie ab?

SURMOUNT-OSA besteht aus zwei Phase-3-Studien mit 469 Erwachsenen mit Adipositas und mittelschwerer oder schwerer Schlafapnoe. Sie liefen von Juni 2022 bis März 2024, die Ergebnisse veröffentlichte das New England Journal of Medicine. Keiner der Teilnehmer hatte Diabetes.

Zu Beginn lag der mittlere AHI bei 51,5 und 49,5 pro Stunde, also mehr als dreimal über der Aufnahmeschwelle. Der mittlere Body-Mass-Index lag über 38, und die Teilnehmer wogen im Schnitt etwa 115 kg.

Um wie viel sank die Zahl der Atemaussetzer?

Nach einem Jahr sank die Zahl der Aussetzer in Studie 1 um 25,3 pro Stunde und in Studie 2 um 29,3. Unter Placebo betrug der Rückgang 5,3 und 5,5 pro Stunde. Die Tabelle fasst die wichtigsten Ergebnisse beider Studien zusammen.

Ergebnis nach 52 Wochen Studie 1, Tirzepatid Studie 1, Placebo Studie 2, Tirzepatid Studie 2, Placebo
Änderung des AHI pro Stunde minus 25,3 minus 5,3 minus 29,3 minus 5,5
Änderung des AHI in Prozent minus 50,7 minus 3,0 minus 58,7 minus 2,5
AHI um mindestens die Hälfte gesunken 61,2 Prozent der Personen 19,0 Prozent der Personen 72,4 Prozent der Personen 23,3 Prozent der Personen
Leichte Apnoe ohne Müdigkeit oder Rückbildung 42,2 Prozent der Personen 15,9 Prozent der Personen 50,2 Prozent der Personen 14,3 Prozent der Personen
Änderung des Körpergewichts minus 17,7 Prozent minus 1,6 Prozent minus 19,6 Prozent minus 2,3 Prozent

Die Autoren bewerteten diesen Rückgang als klinisch bedeutsam, weil eine Halbierung des AHI als solcher gilt. Die letzte Tabellenzeile zeigt, dass Tirzepatid einen Gewichtsverlust von knapp einem Fünftel brachte, Placebo dagegen fast keinen.

Bei wie vielen Personen verschwand die Schlafapnoe fast?

Die Schlafapnoe ging bei 42,2 Prozent der Personen in Studie 1 und bei 50,2 Prozent in Studie 2 auf eine leichte Form zurück oder verschwand. Die Forscher zählten hier Personen mit einem AHI unter 5 pro Stunde. Hinzu kamen Personen mit einem AHI von 5 bis 14, die keine übermäßige Tagesmüdigkeit mehr hatten.

Die Müdigkeit wurde mit der Epworth-Skala bewertet, auf der ein Wert von 10 Punkten oder weniger als normal gilt. Unter Placebo erreichten nur 15,9 und 14,3 Prozent der Personen ein solches Ergebnis. Die Chance auf eine deutliche Besserung war unter Tirzepatid also etwa dreimal größer.

Was hat sich außer der Atmung noch verbessert?

Verbessert haben sich der Sauerstoff im Blut während des Schlafs, der Blutdruck und die Entzündung. Die Forscher maßen die hypoxische Last, also wie lange und wie tief der Sauerstoff im Blut in jeder Schlafstunde abfällt. Zu Beginn lag sie in den Tirzepatid-Gruppen bei 153,6 und 132,2 Prozentminuten pro Stunde. Nach einem Jahr sank sie um 95,2 und 103,0.

Den Blutdruckrückgang unter Tirzepatid schlüsselt ein eigener Leitfaden zu Semaglutid, Tirzepatid und Blutdruck auf. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen Magen und Darm und waren meist leicht oder mittelschwer.

Geht es nur um den Gewichtsverlust?

Nicht nur, denn auch die bessere Atmung selbst trug zum Nutzen bei. Das zeigte eine Auswertung der SURMOUNT-OSA-Daten, die im Januar 2026 in Nature Medicine erschien. Die Forscher prüften, welcher Teil der Besserung vom Gewichtsverlust kommt und welcher von der besseren Atmung in der Nacht.

Die Besserung von Apnoe und Sauerstoffversorgung senkte unabhängig vom Gewicht CRP, Insulinresistenz und Triglyceride. Der systolische Blutdruck sank durch beide Faktoren gemeinsam. Die Autoren folgern, dass die beste Wirkung für Herz und Stoffwechsel die gleichzeitige Behandlung von Schlafapnoe und Adipositas bringt.

Leitlinien empfehlen Menschen mit Schlafapnoe, 7 bis 11 Prozent ihres Gewichts abzunehmen. Die Autoren der Hauptarbeit merken an, dass dies allein mit Änderungen des Lebensstils schwer zu erreichen ist. In SURMOUNT-OSA brachte Tirzepatid einen Gewichtsverlust von 17,7 und 19,6 Prozent, also deutlich mehr als diese Schwelle.

Schläft man mit Tirzepatid besser?

Ja, die Teilnehmer bewerteten ihren Schlaf selbst deutlich besser als die Personen unter Placebo. Sie wurden mit PROMIS-Fragebögen zu Schlafstörungen und dazu befragt, wie Schlafmangel sie tagsüber beeinträchtigt. Die Ergebnisse beider Studien wurden für 234 Personen unter Tirzepatid und 233 unter Placebo zusammengefasst.

PROMIS-Fragebogen nach 52 Wochen Tirzepatid Placebo
Beeinträchtigung am Tag durch Schlafmangel minus 7,5 Punkte minus 3,6 Punkte
Schlafstörungen minus 5,7 Punkte minus 2,7 Punkte

Eine separate Auswertung von 2025 in Sleep Medicine fügte weitere Skalen hinzu. Unter Tirzepatid verbesserten sich die Leistungsfähigkeit im Alltag, die allgemeine Lebensqualität und die meisten Bereiche des Fragebogens SF-36. In Studie 1 sank auch die Tagesmüdigkeit auf der Epworth-Skala.

Was zeigten Daten aus der Praxis?

Daten aus der Praxis deuten auf weniger Todesfälle und Komplikationen bei Menschen mit Schlafapnoe hin, die mit Tirzepatid behandelt wurden. Eine 2025 in der Fachzeitschrift Chest veröffentlichte Studie umfasste 42.300 Personen mit Schlafapnoe und Adipositas aus der Datenbank TriNetX. Die eine Hälfte erhielt Tirzepatid, die andere nur eine Änderung des Lebensstils. Die Gruppen wurden statistisch so abgeglichen, dass sie einander ähnelten.

Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie und keine randomisierte Studie, sie zeigt also einen Zusammenhang und keinen Ursachenbeweis. Die Ergebnisse waren jedoch in den Gruppen nach Alter, Geschlecht und Gewicht sowie bei CPAP-Nutzern einheitlich. Eine Ausnahme bildete nur die Gruppe von 18 bis 39 Jahren.

Welche Dosis Tirzepatid wurde verwendet?

In SURMOUNT-OSA wurden als Zieldosis 10 mg oder 15 mg Tirzepatid einmal wöchentlich gegeben, je nach Verträglichkeit. Begonnen wurde mit 2,5 mg pro Woche, und die Dosis wurde alle 4 Wochen um 2,5 mg erhöht, über höchstens 20 Wochen. Magenbeschwerden traten vor allem in dieser Phase der Dosissteigerung auf.

Die Ergebnisse jeder Dosis aus anderen Studien sammelt der Leitfaden zur Tirzepatid-Dosierung in Studien. Wie sich das Gewicht Monat für Monat verändert, zeigt der Leitfaden zur Wirkung von Tirzepatid nach einem Monat, 3 Monaten und einem Jahr.

Wo kann man Tirzepatid kaufen?

Tirzepatid gibt es im Shop in drei Varianten. Tirzepatid 20 mg Bio-Peptide kostet 200 EUR und ist sofort lieferbar. Tirzepatid 20 mg Genheal kostet 200 EUR und ist auf Bestellung erhältlich. Tirzepatid 40 mg Nouveaux im Pen kostet 350 EUR und ist sofort lieferbar.

Alle Marken und Varianten sammelt die Seite zu Tirzepatid. Die Produkte im Shop sind Material für die Laborforschung und nicht das Arzneimittel Zepbound. Weitere Vorteile von Tirzepatid und Semaglutid über das Gewicht hinaus beschreibt der Leitfaden Semaglutid und Tirzepatid jenseits der Gewichtsabnahme.

Häufige Fragen

Behandelt Tirzepatid die Schlafapnoe?

In den SURMOUNT-OSA-Studien senkte Tirzepatid die Zahl der Atemaussetzer nach einem Jahr um 50,7 und 58,7 Prozent. Bei 42 bis 50 Prozent der Personen ging die Schlafapnoe auf eine leichte Form ohne Müdigkeit zurück oder verschwand.

Wirkt Tirzepatid bei Schlafapnoe auch mit CPAP-Gerät?

Ja. In Studie 2 nutzten die Teilnehmer CPAP, und die Zahl ihrer Atemaussetzer sank um 29,3 pro Stunde gegenüber 5,5 unter Placebo.

Wie viel nahmen die Teilnehmer von SURMOUNT-OSA ab?

Nach 52 Wochen sank das Körpergewicht in Studie 1 um 17,7 Prozent und in Studie 2 um 19,6 Prozent. Unter Placebo betrug der Rückgang 1,6 und 2,3 Prozent.

Kommt die Besserung der Schlafapnoe nur vom Abnehmen?

Nicht nur. Eine Auswertung von 2026 zeigte, dass eine bessere Atmung in der Nacht unabhängig vom Gewicht CRP, Insulinresistenz und Triglyceride senkte.

Welche Dosis Tirzepatid wurde bei Schlafapnoe verwendet?

In SURMOUNT-OSA wurden 10 mg oder 15 mg einmal wöchentlich gegeben, also die höchste vom Teilnehmer vertragene Dosis, über 52 Wochen.

Quellen

  1. Malhotra A, Grunstein RR, Fietze I et al. Tirzepatide for the Treatment of Obstructive Sleep Apnea and Obesity. New England Journal of Medicine, 2024, 391(13): 1193-1205. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2404881
  2. Malhotra A, Grunstein R, Azarbarzin A et al. Tirzepatide on obstructive sleep apnea-related cardiometabolic risk: secondary outcomes of the SURMOUNT-OSA randomized trial. Nature Medicine, 2026, 32(2): 653-659. https://doi.org/10.1038/s41591-025-04071-1
  3. Kanu C, Shinde S, Chakladar S et al. Effect of tirzepatide treatment on patient-reported outcomes among SURMOUNT-OSA participants with obstructive sleep apnea and obesity. Sleep Medicine, 2025, 134: 106719. https://doi.org/10.1016/j.sleep.2025.106719
  4. Wu JY, Chen CC, Ling Tu W et al. Clinical Impact of Tirzepatide on Patients With OSA and Obesity. Chest, 2025, 168(3): 785-796. https://doi.org/10.1016/j.chest.2025.03.030